Ihre Spedition oder Sie - wer haftet bei Zollproblemen?

„Mit den Zollformalitäten will ich mich nicht auch noch befassen, viel zu kompliziert! Das überlasse ich den Spezialisten.“ Viele Unternehmen mit Warenimporten aus Nicht-EU Staaten, lagern Ihre Zollangelegenheiten an Speditionen aus. Das ist oftmals auch sinnvoll! Das Herausfinden der passenden Zolltarifnummer wird meistens ebenso der Spedition überlassen. Doch Achtung - hier droht ist ein enormes Risiko für Ihr Supply Chain Management. Warum erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Zolltarifnummer ist die wichtigste Nummer während Ihres gesamten Importprozesses. Von ihr hängen die Zölle und Maßnahmen des Zolls ab. Kurzum: ist die Zolltarifnummer falsch bestimmt, kalkulieren Sie unter Umständen jahrelang mit falschen Zahlen und riskieren Ärger mit dem Zoll.

Das Problem mit der Zolltarifnummer kannte auch das Unternehmen G. aus Süddeutschland bisher nicht. Es handelt mit Autozubehör. Anfang 2019 wurden Autoradios aus China für den deutschen Markt importiert. Die Radios haben einen Wert von insgesamt 100.000 € pro Sendung. Die beauftragte Spedition meldet die Waren unter der Zolltarifnummer 8527 2159 000 an. Der Zollsatz beträgt 5,0 %, damit sind also 5.000 € Zölle zu zahlen. Bei einer späteren Zollprüfung im Unternehmen stellt sich heraus, dass diese Autoradios zur Codenummer 8527 2120 000 mit einem Zollsatz von 7,0 % gehören. Das Unternehmen hat also 2.000 € zu wenig Zölle bezahlt.

Das zuständige Hauptzollamt fordert Unternehmen G. auf, gleiche Fälle ebenfalls zu berichtigen. Sachbearbeiter C hat keine Wahl und stellt in zeitintensiver Kleinarbeit alle weiteren Importe dieser Radios aus 2019 zusammen. Insgesamt wurden bisher Radios im Wert von 1,9 Mio € aus Asien bezogen. 38.000 € Zölle wurden damit zu wenig entrichtet und unmittelbar vom Hauptzollamt nachgefordert. Hinzu kommen noch Zinsen für die Hinterziehung der Zölle.

Doch wer muss nun die 38.000 € Differenz in erster Linien zahlen ?

Die Spedition, die ja schließlich die Zolltarifnummer so ausgewählt hat ? Falsch gedacht!

Nach Artikel 15 Absatz 2 des Zollkodex der Union (UZK) ist das Unternehmen

als Beteiligter weiterhin u.a. für die Richtigkeit und Vollständigkeit in der Anmeldung

verantwortlich, auch wenn diese durch einen externen Dienstleister erfolgt ist.

Diese Verantwortung trifft nach der oben genannten Vorschrift zwar auch den

Zollvertreter, also die Spedition, aber die Zollverwaltung wird sich immer erst an das

betroffene Unternehmen wenden, wenn Zölle nacherhoben werden müssen.

Mit etwas Pech gibt es noch ein Bußgeld obendrauf.

Je nach Fall kann die Zollverwaltung zusätzlich noch empfindliche Bußgelder an die verantwortlichen Personen verhängen. Zumeist also an die Geschäftsführer und andere tatsächlich handelnde Personen, wie Einkaufsleiter. Niemand kennt Ihre Ware besser als Sie selbst, deshalb bleibt es auch immer die Pflicht des Unternehmens, die Warentarifnummer selbst zu bestimmen.

Das Risiko bei Fremdbestimmung ist deutlich geworden. Damit es Ihnen nicht wie dem Unternehmen G. ergeht, sollten Sie sich so schnell wie möglich mit dem Thema Zolltarifnummern und Einreihung vertraut machen. Den elektronischen Zolltarif finden sie kostenfrei und tagesaktuell auf www.zoll.de. Ich empfehle Ihnen diesen daher fortan immer zu nutzen.

Gerne unterstütze ich Sie und zeige Ihnen, wie Sie Ihre Kalkulationssicherheit zurück erlangen und Ärger mit dem Zoll von Anfang an vermeiden. Testen Sie mich gerne und unverbindlich in einem kostenfreien Erstgespräch. Klicken Sie dazu im Menü auf

“Kontakt” und vereinbaren Sie Ihren persönlichen Termin.

Ihre Francine Dammholz

- Wirtschaftsjuristin, Diplom Finanzwirtin (FH) und ehemalige Zöllnerin -

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